von Aphra Behn
Sir Patient Fancy, aus dem Englischen von Tobias Schwartz
BESETZUNG: 8 D, 8 H; Mehrfachbesetzungen möglich
DEKORATION: 2
DAUER: abendfüllend
UA: 1678 Duke’s Theatre (Dorset Garden Theatre), London
Frei zur DSE
SIR PATIENT Er ist reich und jung und ich bin alt und kränklich, werde binnen kurzem aus dem Leben scheiden und würde dich gern in guten Händen wissen. MAUNDY (beiseite) Und er scheidet nun schon seit zwanzig Jahren aus dem Leben …
Sir Patient Fancy ist ein Hypochonder, wie er im Buche steht. Besessen von seiner imaginären Krankheit bekommt er gar nichts mit von den Liebeswirren, die sein Haus in Unruhe versetzen: Seine Tochter Isabella ist in den gewieften Lodwick verliebt, sein Neffe Leander möchte Lucretia heiraten, der allerdings bereits vom tölpelhaften Sir Credulous der Hof gemacht wird. Sir Patients eigene Ehefrau kann den Tag kaum erwarten, da er seiner fabulösen Krankheit erliegt und sie endlich unbeschwert ihrer Affäre mit dem jungen Wittmore frönen kann. Das komplizierte Netz an Geheimnissen verstrickt sich immer dichter, bis schließlich der (vermeintliche) Tod Sir Patients die Wahrheit ans Licht zwingt.
Aphra Behn mischte den „eingebildeten Kranken“ schon 1678 auf: mit unterhaltsamen, bunten Figuren und deutlich mehr Raum für die Frauen als ihr französischer Kollege Molière einräumte. Liebe und Sexualität, Politik und Religion (derer sich Behn besonders spöttisch annimmt) erscheinen hier in einem ganz neuen Licht. Als brillante Komödienautorin kann es Behn nicht nur mit ihren zeitgenössischen Kollegen aufnehmen, in ihrer geschliffenen Pointiertheit nimmt sie bereits einen Oscar Wilde vorweg.
Pressezitate zu Aphra Behn
„Literatur trifft auf Karneval und ergibt eine Burleske auf hohem Niveau: Behn ist sehr heutig und präzise in ihren Schilderungen weiblicher Zwänge und Selbstermächtigung.“ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE
„Tobias Schwartz’ brillante Übersetzung macht uns diese wegweisende Autorin endlich zugänglich.“ AVIVA-BERLIN.DE
„Das knallt und das rührt und das überrascht – und da flimmern die Charaktere vorbei, haben es wirklich in sich: Bösewichter, aber auch ganz differenzierte Figuren. Das ist unterhaltsam, aber es ist auch klug.“ RBB KULTURRADIO
„Als Frau, die Konventionen brach, Grenzen festgezurrter Identitäten sprengte und selbstbestimmt lebte, taugt sie gewissermaßen als Covergirl für heutige Feministinnen und den Wunsch, doch eine erfolgreiche Schwester oder eben Nichte Shakespeares zu entdecken.“ DER FREITAG
Factsheet zu Sir Patient Fancy
Weitere Stücke der Autorin: Die Witwe Rantner, Die falschen Kurtisanen, Der Herrscher des Mondes, Der Freibeuter

Neueste Kommentare