oder Der Handel des Ratsherrn

von Aphra Behn

The Luckey Chance or An Alderman’s Bargain, aus dem Englischen von Tobias Schwartz

BESETZUNG: 7 D, 14 H; Mehrfachbesetzungen möglich
DEKORATION wechselnde Schauplätze
DAUER: abendfüllend
UA: 1686 The Theatre Royal, Drury Lane, London
Frei zur DSE

Leticia und Julia leben, wie in London des 17. Jahrhundert in gehobenen Schichten üblich, in arrangierten Ehen. Noch dazu mit zwei leider alten, doch praktischerweise reichen Männern. Sie weigern sich aber, ihr Schick­sal zu akzeptieren, und wollen, entgegen allen gesellschaftlichen Moralvorstellungen, ihre Ehen beenden. Ihr Plan ist es, wieder mit ihren – unpraktischerweise mittellosen – Liebhabern zusammenzukommen. Mit gewagten, irrwitzigen und immer öfter unethischen Maßnahmen verfolgen sie ihr Ziel.

Geld oder Liebe? Dies fragt Aphra Behn mit geistreichen Dialogen und komplexen Plot-Twists in ihrer rasanten Restaurations­­komödie. Sie zeigt den Kampf von Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft und stellt dafür streitbare Protagonistinnen ins Zentrum ihrer Stücke. Die Kritik an arrangierten Ehen stieß beim Publikum auf große Resonanz. Das subversive Stück wurde schlagartig äußerst populär. Beim bürgerlich-puritanischen Teil der Londoner Bevölkerung indes erregte sie naturgemäß Anstoß. Ein glücklicher Zufall hielt sich dennoch nach der Premiere mehr als zehn Jahre auf der Bühne und erfreut sich heute im englischen Sprachraum wieder großer Beliebtheit.

Finden Sie selbst heraus, wie weit es diese feministische Satire auf Ehe, Geld und Misogynie treibt.

Pressezitate zu Aphra Behn

„Literatur trifft auf Karneval und ergibt eine Burleske auf hohem Niveau: Behn ist sehr heutig und präzise in ihren Schilderungen weiblicher Zwänge und Selbstermächtigung.“ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE

„Das knallt und das rührt und das überrascht – und da flimmern die Charaktere vorbei, haben es wirklich in sich: Bösewichter, aber auch ganz differenzierte Figuren. Das ist unterhaltsam, aber es ist auch klug.“ RBB KULTURRADIO

„Als Frau, die Konventionen brach, Grenzen festgezurrter Identitäten sprengte und selbstbestimmt lebte, taugt sie gewissermaßen als Covergirl für heutige Feministinnen und den Wunsch, doch eine erfolgreiche Schwester oder eben Nichte Shakespeares zu entdecken.“ DER FREITAG

 

Factsheet zu Ein glücklicher Zufall

Ansichtsexemplar für Theater

Weitere Stücke der Autorin: Abdelazer, Die falschen Kurtisanen, Die Witwe Ranter, Der Herrscher des Mondes, Der Freibeuter, Sir Patient Fancy oder Der eingebildete Kranke